Herbsttagung des Arbeitskreis Mathematikunterricht und Informatik (AKMUI) vom 25. bis 27. September 2009 in Soest

1. Aussendung: Einladung und Aufruf zu Beiträgen

Zum 27. Mal findet im Herbst die traditionelle Arbeitstagung des AKMUI statt. Die Tagung dient jenen, die sich mit dem Einsatz des Computers im Mathematikunterricht sowie den methodischen, didaktischen, mathematischen und politischen Konsequenzen daraus befassen, als Forum, Diskussionsort, und Quelle der Inspiration. Wie auf der Jahrestagung der GDM in Oldenburg im März 2009 beschlossen steht die Tagung dieses Jahr unter dem Motto "Zur Zukunft des Analysisunterichts vor dem Hintergrund der Verfügbarkeit Neuer Medien (und Werkzeuge)".

Zur Zukunft des Analysisunterichts vor dem Hintergrund der Verfügbarkeit Neuer Medien (und Werkzeuge) – Leitgedanken und -fragen

Analysis ist in breitem Konsens (fast) aller an Mathematikunterricht aktiv Interessierten ein selbstverständliches quasi naturgesetzliches Gebiet der Mathematik in der Schule. Das muss nicht so sein. 1882 wurde den Realgymnasien und 1892 den Oberrealschulen in Preußen die Erlaubnis zu Differential- und Integralrechnung im Mathematikunterricht ausdrücklich entzogen. Heute überwiegen die guten Gründe für Analysis. Aber welche sind das? – traditionell und/oder aktuell bzw. in (naher) Zukunft?

Auf den Tagungen des Arbeitskreises wurden immer wieder konkrete Vorschläge für engagierten Analysisunterricht von engagierten Lehrpersonen gemacht. Die Ambitioniertheit dieser Vorschläge korrelierte mit den wachsenden Möglichkeiten – schneller, höher, weiter, bunter – der singulär oder idealerweise auch in der Breite (theoretisch) verfügbaren Neuen Medien (und Werkzeuge). Es liegt aber leider auf der Hand, dass dies kein repräsentatives Bild des tatsächlichen Analysisunterrichts im Land zeichnet, und eine Theoriebildung steht noch aus.

Analysisunterricht orientierte sich immer auch an zeitgeistigen Strömungen des Mathematikunterrichts allgemein, etwa den graphischen Darstellungen, den Visualisierungen zur Zeit der Reformpädagogik, die wir heute vermehrt wieder finden, oder später dem ver- wenn nicht gar überschärften Aufmarsch aller Epsilons zur Zeit des Bourbakismus, den wiederum einige heute vermissen. Welchen Analysisunterricht verdienen unsere jetzige und zukünftige Zeit und unsere jetzigen und zukünftigen Schülerinnen und Schüler?

Neue Medien (und Werkzeuge) haben unstrittig die Darstellungsmöglichkeiten und das Methodenrepertoire vergrößert. Aber welche inhaltlichen Konsequenzen fordern sie? Keine? Können wir unsere Analysis heute endlich so unterrichten wie wir eigentlichen schon immer wollten? – "Neue Wege zu alten Zielen"? Oder müssen wir dem Computer Rechnung tragen und diskreten Modellen (zu Lasten kontinuierlicher) breiteren Raum geben? Oder geht das alles noch nicht weit genug? Hat nicht das 20. Jahrhundert in einem jahrzehntelangen Feldversuch in zahllosen Variationen gezeigt, dass Analysis für die "statistisch normale" Menschen prinzipiell zu schwer ist, was Adam Riese ja auch der Algebra nachsagte. Aktuelle Eingangstests an Studienanfängern in Mathematik oder in F├Ąchern, die Mathematik benötigen, stützen dies unverändert – ebenso wie die späteren Durchfallquoten. Oder gibt es empirische Befunde zu einer Besserung der Lage durch die Verfügbarkeit (und den tatsächlichen Einsatz!) Neuer Medien (und Wekzeuge)?

Aufruf zu Beiträgen

Als Hauptvortragenden konnten wir dieses Jahr bereits Lutz Führer gewinnen, der über Verstehen oder berechnen? - Wie passt der Computer zum Analysisunterricht des 20. Jahrhunderts? referieren wird. Vorbereitend auf ein mögliches Tagungsthema im nächsten Jahr wird laut Beschluss der Arbeitskreissitzung in Oldenburg Ulli Kortenkamp dem Arbeitskreis in einem weiteren Hauptvortrag erklären, was er von dem Thema Mathe 2030 – Zukunft denken erwartet. Einen weiteren Hauptvortrag wird Heiko Knospe zum Thema Mathematik an der Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule - Probleme und Perspektiven halten.

Zusätzlich zu den Hauptvorträgen laden wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung auch zu eigenen Beiträgen zum Tagungsthema oder anderen, für den AKMUI interessanten Themen ein. Dabei gibt es neben den regulären Beiträgen (30 Minuten + 10 Minuten Diskussion) wieder die Möglichkeit zu Kurzvorträgen (15 Minuten + 5 Minuten Diskussion).

Bitte senden Sie ihren Vortragstitel und eine Kurzfassung möglichst bereits mit der Anmeldung an mathematikdidaktik@mx.uni-saarland.de. Kennzeichnen Sie dabei, ob es sich um einen Beitrag zum Thema oder einen "off-topic"-Beitrag handelt. Natürlich sind Sie auch herzlich willkommen, wenn Sie nicht selbst vortragen möchten!

Wir möchten, dass auf dieser Tagung auch die freie Diskussion und das persönliche Gespräch nicht zu kurz kommen. Daher werden genügend Freiräume und Kaffeepausen eingeplant werden.

Organisatorische Hinweise

Die Tagung findet im Tagungshaus am Paradieser Weg Soest von Freitag 25.9.2009 bis Sonntag 27.9.2009 statt.

Die Tagungsgebühr beträgt 145 €. Darin sind enthalten

Anmeldung

Die Voranmeldung erfolgt per E-Mail an mathematikdidaktik@mx.uni-saarland.de möglichst bis zum 31.7.2009, sollten noch Plätze frei sein, so ist eine Nachmeldung möglich. Sollten nicht genügend Plätze für die Teilnehmenden vorhanden sein, so entscheidet die Reihenfolge der Anmeldung.

Die endgültige und verbindliche Anmeldung muss bis zum 31.8.2009 erfolgen, durch die Überweisung der Tagungsgebühr auf das Konto des AK zu überweisen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie über die Webseite des Arbeitskreises http://didaktik-der-mathematik.de/ak/mui oder auf Anfrage per E-Mail. Bitte verbreiten Sie diese Aussendung, und weisen Sie interessierte Personen aus Schule und Hochschule auf unseren Arbeitskreis hin. Sie können außerdem die Mitglieder-Mailingliste auf der Webseite abonnieren.

Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung, viele interessante Beiträge und Diskussionen!

Die Leiter des Arbeitskreises

Anselm Lambert, Universität des Saarlandes

Ulrich Kortenkamp, PH Karlsruhe